TUMBLE -Looking for the heart of things

 

Projektbeschreibung

10 Tage Oberhausen, 10 Tage Kharkiv.

In Oberhausen leben wir im umgebauten Bahnhofsturm. Wir taumeln zwischen verschiedenen Proben- und Aufenthaltsorten, allesamt aufgewerteter Leerstand, hin und her, durch in der Zeit stehen gebliebene Straßen, vorbei an leeren Schaufenstern, mit und oft auch ohne die Oberhausener Menschen. In was für einer Stadt sind wir hier gelandet? Was gibt es hier zu erforschen, zu erzählen? Wie finden wir vierzig Menschen aus mehr als drei Ländern in dieser Stadt zusammen? Wir erforschen die Stadt, wir erforschen uns. Wir beobachten, dokumentieren, artikulieren, fühlen, fügen zusammen.

In unserer Abschlussperformance im Supermarkt der Ideen sind wir dann alle Teil einer Maschine, die laufen will, aber nicht kann. Und am Schluss dann doch. Oder nicht?

In dieser ersten Stadt enden wir mit einer Gefühlsmischung aus euphorisch, unschlüssig, aufgekratzt und erschöpft. Dann fliegen wir nach Kharkiv.

Einige von uns sind hier zuhause und verschwinden in ihrem Alltagsleben. Der Rest lebt im Hostel. Die Gruppe verändert sich. Die Stadt hat sich auch verändert. Die hier Beheimateten führen uns an Orte, die wir nun erforschen und erfahren. Was gibt es nun erzählen, in dieser fremden Heimat? Wir laufen jeden Tag endlos durch Straßen, die uns bald vertraut sind und doch fremd bleiben. Wir bauen eine neue Performance, die der alten in vielen Dingen ähnelt und doch ganz anders atmet. Nach zwei, drei Wochen sind wir tiefer eingestiegen in alles, was uns miteinander ausmacht. Vielleicht auch wieder ausgestiegen. Wir sind keine Maschine mehr, wir sind ein lebender Organismus, der Grenzen erforscht, auslotet, überschreitet und wieder steckt. Wir taumeln durch unsere Geschichten. Die Performance in der Universität der Künste ist dann fast ein Heimspiel. Am Ende atmen und tanzen Performer*innen und Publikum gemeinsam, bis der Boden der Universität schwankt und wir denken müssen: Wieder eine Grenze erreicht, eine kritische.

TUMBLE - LOOKING FOR THE HEART OF THINGS sind und waren zwei Performances, die Grenzen überschritten haben, Leute vereint und wieder entzweit haben, die sich abgearbeitet, abgerackert haben am weltmenschlichen Miteinander mit allen Höhen und Tiefen.

Was bleibt, am Schluss, ist Erschöpfung und der überwältigende Stolz, all das, den Wahnsinn von drei Wochen, gemeinsam gemeistert und sprachlos machende Momente der Gemeinschaft, der grenzenüberschreitenden und allumfassenden Kunst erlebt zu haben. Wir alle waren ein Stück Weltenwahnsinn im Miniaturformat, also: fühlen, schaffen, da sein, leben.

Informationen

  • Projektname: Ukrainsich-Russisch-Deutsche-Kulturbrücke 2019
  • Kulturaustausch und Performance
  • Ort: Oberhausen, Deutsland und Kharkiv, Ukraine
  • Zeitraum: 06.-25.09.2019
  • Premiere und Aufführungen: 14.09./15.09.2019 Supermarkt der Ideen, Oberhausen                    21.09.2019 The Cherry Orchard, University of Arts, Kahrkiv

Credits

  • Projektleitung: Lisa Wagner, Konstantin Buchholz, Grigorii Popov
  • Künstlerische Leitung: Konstantin Buchholz, Lisa Wagner
  • Gruppenleitung (Regie bzw Choreografie): Philine Patenaci, Natalia Lapina, Maxim Panchenko, Marina Matushkina

In Kooperation mit

Kultur im Turm e.V.

Supermarkt der Ideen

Stadt Oberhausen

Unterhaus Kulturzentrum

Refugees' Kitchen

 

Förderer und Partner